Eschdorf

St.-Barbara-Kirche

evangelisch-lutherische St.-Barbara-Kirche samt Ausstattung,  Friedhof, das Pfarrhaus und weitere zugehörige Gebäude stehen unter Denkmalschutz

Die Eschdorfer Kirche wurde 1346 erstmalig in den Meißner Matrikeln erwähnt. Somit ist sie mindestens 675 Jahre alt.
Zeugnisse dieser Zeit sieht man noch heute im Altarraum und dort besonders im gotischen Kreuzgewölbe.
Im Jahr 1348 stiftete Luhold von Turgow der Eschdorfer Kirche einen Sant-Barbara-Altar, das heißt, von diesem Zeitpunkt an war
die Kirche zu Eschdorf Wallfahrtskirche. Die heilige Barbara war und ist in katholischen Gemeinden die Schutzheilige der Bergleute
und gegen Blitzschlag. Bergwerke gab es in Eschdorf und Umgebung nie, aber, da die Eschdorfer Kirche auf einem Berg steht und bei Blitzschlag
oft betroffen ist, wurde sie zum Wallfahrtsort gegen Blitzschäden. Und das ist sie für manche Mitmenschen bis zum heutigen Tag, auch wenn die Eschdorfer Kirche seit der Reformation 1539 eine evangelisch-lutherische Kirche ist. Ihren Namen und ihre Funktion verlor sie nie.
In späteren Zeiten wurden für unsere St.Barbara-Kirche die Ortspatronen, die im Freigut Eschdorf residierten, als Finanzgeber sehr wichtig.
Besonders zu erwähnen sind die Familien von Nostiz und von Quandt( beide Familienwappen prägen noch heute unseren Taufstein). Letztere Familie hatte einen großen Freundeskreis in der Künstlerschaft Dresdens. So war Gottfired Semper, neben Johann Wolfgang von Goethe, ein wohlangesehener Gast des Eschdorfer Freigutes. Aus Dankbarkeit und als
Freundschaftsbeweis entwarf Semper den Prospekt der Eschdorfer Orgel, die von 1836-38 in Stolpen von der dortigen Orgelbaufirma Herbrig
erbaut wurde. Als krönenden Abschluß dieses von Semper entworfenen Orgelprospekts wurden 1838 noch zwei “gipserne Engelsfiguren” des
Dresdner Bildhauers Rietzschel, die zuvor auf der Pariser Weltausstellung zu sehen waren, aufgestellt.

 

Luftaufnahmen von der St.-Barbara-Kirche-Eschdorf.                  Alexander Claus


Für viele Mitmenschen unbekannt ist, das der bekannte Dresdner Mühlenbesitzer und Kunstmäzän Traugott Bienert in Eschdorf geboren wurde
und er hier, nach dem frühen Tod seines Vaters, mit ca. 14 Jahren die Leitung der Eschdorfer Obermühle, heute Bienertmühle, übernahm und sich
über Jahre vom kleinen Dorfmüller zum berühmten Hofmühlenbesitzer emporarbeitete. Seinen auf dem Eschdorfer Friedhof bestatteten Eltern
stiftete er ein Monument, das noch heute direkt hinter dem Kirchturm an diese Persönlichkeiten erinnert. Traugott Bienert blieb seinem Geburtsort
Eschdorf ein Leben lang verbunden. So stiftete er 1885/86 einen Großteil der Kosten beim Umbau der Eschdorfer St.Barbara-Kirche durch Architekt
Arnold. Auf der alten, am Chorraum der Kirche angebauten Totenhalle, wurde ein Glockenturm mit 4 Glocken errichtet. Das Kirchenschiff wurde zudem
verbreitert ( gut sichtbar noch heute, wenn man von der Kulturscheune zur Kirche geht und sich den Giebel des Kirchenschiffs anschaut).
Zudem stiftete Traugott Bienert für die ärmsten aber fleißigen Kinder des Dorfes ein Schulstipendium, das erst um 1960 aufgelöst wurde.
In diese Zeit fällt die Elektrifizierung der Beleuchtung mit ihren wunderschönen Kandelabern aus Lausitzer Glas.
Mitte der 80iger Jahre des 20.Jahrhunderts wurde die Kirche innen wie außen neu verfugt, verputzt und restauratorisch saniert.
Nach der Wende wurde die Kirchturmspitze erneuert und das Kirchendach neu gedeckt. 1996, zur 650 Jahrfeier der Ersterwähnung unserer Kirche, wurde im erneuerten Kirchenoberboden das ” Museum unter dem Dachboden”, unser Heimatmuseum, eingeweiht.
In den letzten Jahren erhielt die Eschdorfer Kirche einen neuen Glockenstuhl aus Eiche, neue Turmschallosien, ein saniertes Uhrwerk, eine neue , moderne Läutetechnik und ein erneuertes Uhrzifferblatt.
So läd die Eschdorfer St.Barbara-Kirche und ihre wunderschön klingenden Glocken auch Sie ganz herzlich zum Besuch und zum stillen Gebet ein.

Hier ist ein kleiner Einblick von der Uhrwerk und den Glocken.